So ein Turban hat was

Also zumindest kleidete er Udo Stolte, den Direktor von Shelter Now Deutschland gut.

Woher ich das weiß? Nun, er war heute abend bei uns im SCM Shop zu Gast. Und er warf sich dazu in afghanischer Tradition „schwer in Schale“, so könnte man sagen. Ich weiss natürlich nicht, wie die einzelnen Kleidungsstücke heißen, die er trug. Das war eine Hose – ok, die kenne ich 😉 darüber ein Hemd(?), naja also die Länge hatte es von einem Nachthemd. Nicht lachen!! Nur die Länge! Auf der Brust war es über und über mit goldenen Fäden bestickt. Auf dem Kopf trug Udo Stolte den bereits in der Überschrift zu diesem Artikel erwähnten Turban. Im Nachgang sah ich, dass es im Grunde genommen eine feste Kappe war, um die ein Tuch mehrfach geschlungen wurde um dann locker über die Schulter nach vorne bis zur Hüfte herabzufallen.

Für mich sah das alles sehr bequem aus und ich gehe davon aus, dass es das auch war.

Ich muss allerdings sagen, dass ich ein ganz klein wenig von euch enttäuscht bin. Denn nach der Werbetrommel, die ich für diese Veranstaltung gerührt hatte und den diversen mündlichen Zusagen, hatte ich persönlich mehr Zuhörer erwartet. :‘-(

Immerhin, heute abend fand ja nicht mal ein Fussballspiel statt.

Tja, und wer sich jetzt ärgert, dass er/sie nicht gekommen ist: zu recht!! 😀

Der Vortrag war richtig lange, er war sehr kurzweilig, sehr informativ und interessant. Und das nicht nur, weil ich dazu eingeladen hatte, sondern weil er wieder einmal einen tollen Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ermöglichte. Ich finde das immer sehr gut. Raus aus den eingefahrenen Denkmustern und Kenntnissen. Mitten in der Woche ab in ein völlig unbekanntes Land (soweit es meine Wenigkeit betrifft).

Oder wusstet ihr, wie es in Afghanistan in Sachen Gatsfreundschaft gehalten wird? Welche „Rituale“ man als Gast über sich ergehen lassen muss? – Wobei: „Rituale“ sind der falsche Ausdruck. Es sind Formen der Gastfreundschaft, die bei uns eben völlig anders gehandhabt werden. Wenn ich dann z. B. unsere eigenes Verhalten dem gegenüber stelle, kann ich schon verstehen, dass „wir Deutsche“ in anderen Ländern total schräg angesehen werden. Und dabei benehmen wir uns nicht mal falsch – im „deutschen Sinne“. Aber für z.B. Afghanen wären wir ungehobelt. Andere Länder, andere Sitten. Da ist viel Wahres dran. Auf Reisen wird man so etwas natürlich nicht in den durchgestylten Touristenbunkern erleben, dazu muss man rein ins Land und zu den Menschen.

Ob ich allerdings einfach so nach Afghanistan marschieren würde? Ich glaube wohl eher nicht. Kabul mit seinen schon sehr westlich und großstädtischen Vierteln mag ja noch gehen. Doch außerhalb dieser Metropole auf dem Land? Wir würden hinterher sicher wieder sehr unser fließendes UND warmes Wasser sehr zu schätzen wissen. Ebenso Strom. Toiletten. Toilettenpapier(!) – Und wir werden schon ungeduldig, wenn der Eierkocher wieder so lange braucht…

Wie gesagt: so ein Blick über den eigenen Tellerrand hinaus ist immer wieder lohnend. Denn er macht einem die eigenen Annehmlichkeiten wieder sehr viel bewußter und sie sind nicht mehr so selbstverständlich.

Sicher gibt es jetzt Menschen, die fragen, wozu ich mir dessen überhaupt bewußt werden solle? Schließlich lebe ich hier und uns geht es gut und alles Genannte ist eben normal hier. Oder – um eine bekannte Person meines persönlichen Umfeldes zu zitieren – „wir haben heutzage eben ganz andere Standards als früher!“

Selbstverständlich! – Selbstverständlich??

Udo Stolte sprach über die diversen Hilfsprojekte, die Shelter seit vielen, vielen Jahren im Land durchgeführt hat. Im Gegensatz, zu manch anderer Organisation, die Spendengelder einnimmt, wird bei Shelter das Geld nicht irgendwo hingegegeben, sondern es wird dazu verwendet, den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Es geht also nicht darum, den Menschen Wasser zu geben, sondern darum, ihnen zu zeigen, wie man eine Wasserversorgung installiert und instand hält.

Es geht nicht darum einer Familie – die in Afghanistan aus ca. 20-25 Personen besteht und somit keineswegs der bundesdeutschen 2,75 Personen großen Familie entspricht – Fleisch in die nicht vorhandene Gefriertruhe zu geben, sondern sie bekommen z.B. Ziegen in Form eines nach einem Jahr zurückzahlbaren Kredites, der sich durch den Ertrag, den die Ziegen bringen, somit selbst finanziert. Die Familien haben dann zukünftig Ziegen zur Ernährung und Shelter bekommt das Geld wieder, um es erneut in Ziegenprojekte zu stecken.

Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Shelter Mitarbeiter im Ausland werden nicht von Shelter bezahlt, sondern durch sie unterstützende Gemeinden oder private Geldgeber. Somit gehen Spendengelder direkt in die Projekte vor Ort.

Wer sich angesprochen fühlt und auf einen kleinen Betrag regelmäßig verzichten kann – bitte! -> Hier gehts lang!

Also denkt mal darüber nach.

Ein weiteres Projekt ist sehr interessant. Neben dem Effekt Familien Broterwerb zum Leben zu geben, tut es auch etwas für unsere Gesundheit. Aus Afghanistan kommen lt. Udo Stolte auch heute noch 90% der Welt-Opium-Produktion, dem Grundstoff für Heroin. Und was das ist, brauche ich euch ja nicht zu sagen.

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Shelter hilft und fördert nun landwirtschaftliche Betriebe, die auf den Anbau von Safran umsteigen.

Ein kurzer Ausflug zu Wikipedia:

Safran (von arabisch/persisch za’farān ‏زعفران‎, „Safran“, wissenschaftlicher Name Crocus sativus) ist eine Krokus-Art, die im Herbst violett blüht. Aus den Stempeln ihrer Blüten wird das ebenfalls Safran genannte Gewürz gewonnen.

Und weiter:

Safran schmeckt bitter-herb-scharf, was bei normaler Dosierung – anders als der typische Duft – nicht zum Tragen kommt, und enthält Carotinoide, vor allem Crocin, die dafür verantwortlich sind, dass mit Safran gewürzte Gerichte sich intensiv goldgelb färben (wie in dem Kinderlied Backe, backe Kuchen beschrieben: „Safran macht den Kuchen gehl!“, regional für „gelb“). Weiter enthält er den Bitterstoff Safranbitter, aus dem sich beim Trocknen teilweise der für das Safranaroma verantwortliche Aldehyd Safranal bildet. Weitere Aromastoffe sind unter anderem Isophorone. In Europa bekannte Gerichte, die Safran enthalten, sind Bouillabaisse, Risotto alla milanese, schwedische Lussekatter (ein Süßgebäck) und Paella. Im Iran werden besonders Reisgerichte gerne mit Safran verfeinert. Dem Safran werden zudem auch aphrodisiakische Eigenschaften nachgesagt.[5]

Safran muss vor Licht und Feuchtigkeit geschützt in fest schließenden Metall- oder Glasgefäßen aufbewahrt werden, da das Gewürz am Licht schnell ausbleicht und sich das ätherische Öl relativ leicht verflüchtigt.

Soviel hierzu.

Und wer es mit dem Kochen hat, der wird Safran ja vermutlich schon längst kennen.

Der SCM Shop Fallersleben findet diese Aktion absolut unterstützenswert. Deshalb gibt es im SCM Shop Fallersleben ab sofort echten Safran, also das teuerste Gewürz der Welt, auch zu kaufen!

Mit jedem Gramm Safran – soviel ist in der kleinen Metalldose (siehe Zitat oben zum Thema) – bekommt ihr hochwertige (labortechnisch bestätigt) Ware und unterstützt die Bauern in Afghanistan und die wertvolle Arbeit von Shelter Now.

Bis zum Ende des Monats bekommt ihr die 1g Dose für 8,00 Euro zum Einführungspreis! Danach beträgt der reguläre Preis 9,50 Euro.

Günstiger werdet ihr (auch zum regulären Preis) kaum daran kommen. Allein die Versandkosten im Internet machen euch scheinbare Schnäppchen sofort wieder kaputt. Also gleich in den SCM Shop kommen! 🙂

Achso: Wer jetzt denkt, wir verdienen uns mit dem „teuersten Gewürz der Welt“ eine goldene Nase, der irrt. Wir führen die Steuern ab, die „Vater Staat“ zustehen und der Rest geht komplett an Shelter Now. Das ist unser Beitrag zu dieser Aktion.

So und damit ich nach diesem wirklich langen und anstrengenden Tag morgen früh nicht im SCM Shop umfalle, gehe ich jetzt schlafen. Wenigstens noch ein bisschen.

Und dann schaue ich mir morgen erst einmal die unzähligen Neuerscheinungen, die wir heute bekommen haben, in Ruhe an. Einen ganzen Sack voll neuer Romane. Lynn Austin, Allison Pittmann, Jeanette Oke, Francine Rivers, Jennifer Strickland und viele mehr. Achja: die DVD „Soul Surfer“ ist nun auch gekommen 🙂

Gute Nacht!

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt. Fallersleben, Bahnhofstr. 10. Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr Sa 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Tel. 05362 126280

P.S.: Es gibt ihn wieder, den Veranstaltungsflyer des SCM Shop Fallersleben! Im praktischen PDF Format jederzeit lesbar.

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