Ritter des Ku-Klux-Klan

Mit „Ritter des Ku-Kux-Klan“ legt Damaris Kofmehl ein spannendes Stück Zeitgeschichte vor, das nicht nur ein „Roman“ ist.

Damaris Kofmehl erzählt die wahre Geschichte des Richard C. Harris. Es ist die Geschichte eines Außenseiters aus reichem Elternhaus. Schon früh zeigte er sein Interesse für den Ku-Kux-Klan und erlag dessen Faszination. Später trat er dem Klan bei und wurde Mitte der Siebziger Jahre sogar „Großdrache von Indiana“, d.h. er wurde zu einem der Staatenführer Amerikas.

Doch dann merkte er quasi über Nacht – und das kann man laut Buch durchaus wörtlich nehmen – dass der Klan ihn belogen und auf einen falschen Weg geführt hat. Und so beschließt Richard das eigentlich Unmögliche: er tritt aus den Klan aus. Der Klan lässt niemand am Leben, der aus ihm austritt, denn man KANN aus dem Klan nicht austreten. Einmal im Klan – immer im Klan.

Für mich war „Ritter des Ku-Kux-Klan“ ein sehr bewegendes und aufwühlendes Buch. Es zeigt deutlich wie extremistische Organisationen ihre Mitglieder anwerben und systematisch aufbauen. Sie scheinen bevorzugt die gesellschaftlichen Außenseiter und scheinbaren Sonderlinge ausfindig zu machen und „bearbeiten“ sie dann so lange, bis diese Menschen zu ihnen kommen.

Es scheinen immer wieder die selben Strickmuster zu sein, nach denen diese Organisationen vorgehen. Und dabei ist es egal, ob sie politisch motiviert (aus dem rechten oder aus dem linken Lager), rassistisch oder verbrecherisch sind. Du musst dir Menschen suchen, die von der „breiten Masse“ ausgeschlossen sind und eine Außerseiterposition einnehmen. In diesen Menschen brodelt es, denn jeder möchte „dazugehören“. Diese Leute werden von „uns“ und von ihren Familien (falls sie denn so etwas wie eine Familie haben) nicht für voll oder sogar wahr genommen. Diese Organisationen kümmern sich dann „rührend“ um sie. Sie geben ihnen „Wert“. Sie nehmen sie unter ihre Fittiche, beschützen sie. Sie geben ihnen Anerkennung und eine Aufgabe.

Darin sehe ich auch in unserer Gesellschaft ein großes Gefahrenpotential, dass „die Jugend“ keine Aufgabe (Arbeit) mehr hat. Ohne Sinn im Leben wird das Leben schwierig oder ist einfach „nichts mehr wert“ – und damit ist „man“ auch nichts wert. Und dann kommt eine radikale Gruppe, vermittelt dir „Sinn“ und zeigt dir womöglioch noch einen Sündenbock, also einen (vermeintlich) Schuldigen für deine missliche Lage – und schon findest du sie toll und hängst in ihren Fängen.

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Wie gesagt: für mich sind es die immer selben Mechanismen, die hier wirken.

Dieses gut und spannend geschriebene Buch sollte meiner Meinung nach an Schulen von 16 bis 18-jährigen gelesen werden, um anschließend im Unterricht darüber zu sprechen.

Bis demnächst

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt. Fallersleben, Bahnhofstr. 10. Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr Sa 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Tel. 05362 126280

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