Machine Gun Preacher

Zum Buch

“Freigegeben nur für Personen ab 18 Jahren”

Mit diesem Text möchte ich am liebsten einen Aufkleber auf diesem Buch anbringen. Warum? Weil der Klappentext dieses autobiografischen Buches von Sam Childers es zwar als “nichts für schwache Nerven” kennzeichnet, aber dies m.E. bereits auf der Vorderseite ersichtlich sein sollte.

Sam Childers “Machine Gun Preacher” ist – ich wage fast gar nicht diese Bezeichnung “schon wieder” zu benutzen – eines jener Bücher, dass mich wirklich stark beeindruckt haben. Wahrscheinlich habe ich es deshalb in einem Zug durchgelesen.

Dieses Buch ist “hart”. Es ist hart, weil es eine reale Geschichte ist. Und das macht es nur noch um so eindrücklicher.

In “Machine Gun Preacher” erzählt Sam Childers seine Lebensgeschichte. Vom Raufbold, Biker, Drogendealer zum Dachdecker, Bauunternehmer, Pastor und Gründer eines Waisenhauses im Sudan. Sein Weg und seine Wandlung lesen sich spannend und flüssig. Manches Mal stockt einem der Atem, wenn Childers die Grausamkeiten der LRA Truppen des Joseph Kony im Sudan beschreibt und man schüttelt nur noch den Kopf darüber, was Menschen anderen Menschen antun können. Und das über viele Jahre hinweg bis auf den heutigen Tag. Und die “westliche” Welt kriegt den Hintern nicht hoch, um diesen Menschen (Oder solle man sagen Bestien?) das Handwerk zu legen. Statt dessen wird noch Geld in dieses Land gepumpt, das an den falschen Stellen landet. Schließlich kann man auf das Öl des Sudans ja nicht verzichten…


Doch wer kümmert sich um die psychisch und physisch zerstörten, verstümmelten und geschundenen Menschen dieser Region? Wer erhebt seine Stimme, wenn Konys Truppen durch das Land ziehen und die Bevölkerung einschüchtern und umbringen?

Gottes Wege sind wirklich wunderbar. Er hat sich Sam Childers ausgesucht. Einen Mann, der wirklich kein unbeschriebenes Blatt war und der keine Prügelei ausgelassen hat und knallhart ist. Doch genau diesen Mann hat er sich ausgesucht. Sam Childers fand zum Glauben und brachte sein Leben in Ordnung. Und dann kam er wegen eines Auftrages nach Afrika – und wurde zum Pendler zwischen den Kontinenten. Er setzte nach und nach seine gesamte Firma und seinen Privatbesitz ein, um im Südsudan ein Waisenhaus zu bauen. Ein Waisenhaus umgeben von Maschen- und Stacheldraht. Ein Waisenhaus, auf dessen Gelände ausgebildete Soldaten Wache schieben, ein Raketenwerfer und Maschinengewehrnester installiert sind, um die Kinder und die Mitarbeiter zu schützen. Denn die LRA möchte ihre “Soldaten” (die Kinder) wieder haben. Doch sie haben nicht mit dem “Raufbold” Sam Childers gerechnet. Er setzt sich zur Wehr. Nicht nur mit der Bibel, sondern auch mit dem Einsatz eines AK 47 oder einer Maschinenpistole. Wie der Titel schon sagt: “Machine Gun Preacher” – Der Priester mit der Maschinenpistole.

Wie gesagt, kein Stoff für schwache Nerven, wenn wir nur auf die brutale Welt schauen, in der dieser Lebensbericht spielt.

Und gleichzeitig ein wunderbares Buch darüber, wie Gott Menschen gebraucht. Wie der Glaube an Jesus Christus Menschen so derart verändern kann, dass man es kaum für möglich halten möchte. Ein Drogendealer und Schläger wird zum “Schutzpatron” verwaister und verkrüppelter Kinder in Afrika und verteidigt deren Leben und Rechte unter Einsatz seines eigenen Lebens.

Auch wenn dieses Leben und Wirken sehr beeindruckend ist und Hollywood sogar einen Actionfilm daraus gemacht hat (mit Gerard Butler in der Hauptrolle des Sam Childers) sollten wir nicht vergessen, worum es geht. Es geht darum, dass das Böse in dieser Welt existiert. Und es geht darum, dass wir vor diesen Dingen nur all zu oft die Augen verschließen, weil es ja “weit weg” ist und wir “damit nichts zu tun haben”. Doch haben wir!

Denn das Geld unserer Regierungen und Wirtschaftsunternehmen fließt in diese Länder, um den Menschen zu helfen. Aber – und da stimme ich Sam Childers zu – offensichtlich an die falschen Stellen. Was nützt es, wenn jedes Jahr wieder Unmengen an Geld für humanitäre Hilfe aufgewandt werden, der Ursprung dieses Übels aber nicht angepackt wird? Warum wird dieses Geld nicht einmalig als Kopfgeld auf die Drahtzieher und Verursacher dieses Elends ausgesetzt? Erst wenn diese Leute aus dem Verkehr gezogen sind, kann es in diesen Ländern Frieden geben. Um jetzt hier nicht den Eindruck von Lynchjustiz zu hinterlassen: Mit “aus dem Verkehr ziehen” meine ich “Hinter Gitter bringen und nicht mehr raus lassen.”

Bleibt nur zu hoffen und zu beten, dass die Grausamkeiten, die in Afrika stattfinden bald ein Ende haben mögen.

“Machine Gun Preacher” ist ein wichtiges Buch und es bleibt zu wünschen, dass jeder, der es gelesen hat, es nicht einfach zur Seite legt, sondern “aufwacht” und etwas tut.

Meine Empfehlung: Wer die Realität nicht scheut: unbedingt lesen!

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Bis demnächst

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt.

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3 Kommentare zu „Machine Gun Preacher“

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