Absturz in den Himmel

Zum Buch

„Schon wieder ein Buch über den Himmel?“

Das dachte ich zuerst, als ich den Titel vor einigen Monaten das erste Mal in der Hand hielt und die Entscheidung zu treffen hatte, ob und mit welcher Stückzahl ich ihn für den SCM Shop Fallersleben einkaufen sollte. Doch die Worte des Verlagsvertreters, dass der Autor, Dale Black, seine Erlebnisse erst vierzig Jahre nach den Ereignissen niedergeschrieben hat, machten mich dann doch neugierig und ich orderte es.

Ich fand es schon ungewöhnlich, dass jemand im Himmel gewesen war und nicht – wie die meisten anderen Autoren „solcher“ Bücher – sofort an die Öffentlichkeit ging.

Leider hat es bei mir nun doch fast drei Monate gedauert, bis ich das Buch zur Hand nehmen und endlich lesen konnte. Zu viele andere Aktiviäten und Bücher anderer Autoren, die wir im SCM Shop Fallersleben zu Gast hatten, ließen das einfach nicht zu. Das war wirklich schade, denn es „schaute“ mich aus dem Regal heraus immer an.

Nun klappte es endlich – und ich las es an einem Tag berührt und mit Begeisterung durch.

Was mir besonders nahe ging, war allerdings der Umstand, dass einige Aussagen des Buches zum Thema „Verhältnis zu Gott“ JETZT viel besser in meine aktuelle Lebenssituation passten, als sie es vor einem Vierteljahr vielleicht getan hätten. Und das war dann schon erstaunlich. Und gleichzeitig auch wieder nicht, denn ich habe ja nicht nur hier und nicht das erste Mal erlebt, dass nichts aus bloßem Zufall heraus geschieht. Darum bin ich davon überzeugt, dass ich dieses Buch wieder einmal genau zum richtigen Zeitpunkt lesen durfte.

In sofern kann die Besprechung eines Buches, dessen Inhalt ganz viel auch mit der eigenen Vita zu tun hat, nicht objektiv erfolgen und es besteht die Gefahr, den eigenen Blickwinkel zu sehr in den Vordergrund zu stellen. – Auf der anderen Seite darf ich das, denn es ist meine Buchbesprechung 🙂

Dale Black ist, zwei Tage vor der ersten Mondlandung, 19 Jahre jung. Ein Alphatierchen mit schickem Sportwagen. Ein Sunnyboy mit einer „was-kostet-die-Welt-“ Einstellung und einem Faible für die Fliegerei. Doch der 18. Juli 1969 war ein Tag, der sein Leben völlig auf den Kopf stellen sollte.

Er bekam die Chance, zwei mit ihm befreundete Piloten auf einem Transportflug zu begleiten und war natürlich mit voller Begeisterung dabei. Der Flug währte allerdings nicht lange, denn schon während des Startes stürzten sie ab. Die Maschine krachte vollbetankt mit über 200 Stundenkilometern gegen ein Hindernis. Dale fand sich kurz darauf im Krankenhaus wieder. Ärzte und Schwestern kümmerten sich um ihn und es herrschte geschäftige Hektik um ihn herum.

Während Dale das Treiben wahrnahm, merkte er, dass er keine Geräusche und Stimmen hörte bzw. das diese nur ganz leise und gedämpft zu ihm durchdrungen. Auch wunderte er sich, dass er unmittelbar unter der Decke des Behandlungszimmers schwebte. Mit einem Mal spürte er etwas aus dem Raum nebenan. Dort wurde einer seiner Freunde behandelt, was Dale aber nicht wußte. Der andere Pilot war schon während des Absturzes getötet worden. Dale schwebte aus seinem Behandlungszimmer fort, folgte seinem Impuls – und dann war er „weg“.

Dale überlebte den Flugzeugabsturz. Er hatte sich schwere Verletzungen zugezogen. Es folgten zahlreiche Operationen und ein langer Genesungs- und „Verwandlungsprozess“. Aber er hatte jede Erinnerung an das Unglück verloren. Er konnte sich an nichts erinnern. Erst nach und nach kamen die Einzelheiten wieder zu ihm zurück. Und schließlich noch etwas ganz Anderes. Nachdem Dale damals im Krankenhaus einfach „weg“ war, wachte er nicht „einfach“ wieder auf. Mit den Erinnerungen über den Absturz kamen noch weitere Erinnerungen an die Zeit „danach“ hinzu.

Und was Dale Black in diesem Abschnitt des Buches beschreibt ist eigentlich unbeschreiblich. Ich gehe davon aus, dass er sich beim Schreiben alle Mühe gegeben hat, das Erlebte so genau wie möglich zu schildern, es aber nur ansatzweise so wiedergeben konnte, wie er es gerne getan hätte. Das kam ganz deutlich bei mir an. Für mich ist es natürlich ungleich schwieriger das hier jetzt wiedergeben zu wollen. Das Selberlesen kann ich euch daher nicht abnehmen.

Bei all der Faszination seiner Erlebnisse im Himmel, finde ich persönlich allerdings den eben schon erwähnten „Verwandlungsprozess“, den er durchleben musste, noch um Einiges interessanter. Vielleicht weil dieser einfach großartig ist und sich auch schon im Hier und Jetzt auswirkt. Es ist toll, wenn jemand so „verwandelt“ wird und Gottes Nähe und Größe derart erfahren darf.

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Absturz in den Himmel“ ist ein ergreifendes Buch, ohne Frage. Auch das Thema Himmel ist ein wichtiges und vor allen Dingen hoffnungsvolles Thema. Ähnlich wie „Den Himmel gibt’s echt“ nimmt es Ängste vor dem, was nach dem Tod kommt und wird Menschen viel Mut machen können. Dennoch möchte ich es nicht, wie ich es Eingangs bereits andeutete, als „ein weiteres Buch über den Himmel“ gesehen wissen. „Absturz in den Himmel“ ist mehr. Es geht für meine Begriffe weiter, weil es nicht in der Herrlichkeit des Himmels verharrt, sondern – bei aller Vorfreude auf ihn – einen Weg zeigt, auch im diesseitigen Leben, diesem Himmel schon ein wenig näher zu kommen. Mich persönlich brachte es durch diverse Erkenntnisse im Bezug auf die Beziehung zu unserem Schöpfer wieder ein ganzes Stück weiter auf meinem Glaubensweg, den ich gehen darf.

Ich schließe diesen Artikel mit einem Auszug aus dem Buch, der mich, neben vielen anderen, sehr beeindruckte und der das Wesen dieses Buches wunderbar wiedergibt:

Ich kam langsam zu mir, noch halb betäubt, mit einem seltsamen Gefühl im Kopf. Es war der Klang wundervoller Musik, die langsam verebbte, so als hätte ich gerade die letzte Note eines Crescendo gehört, die noch durch den Raum hallte, nachdem sie gespielt worden war. Jetzt schoben sich andere Geräusche in den Vordergrund – das Geräusch von Gummisohlen, die geschäftig durch den Flur hasten, von gedämpften Stimmen außerhalb des Raumes, von Reifen, die über Limoleum rollen.

Ich versuchte mir darüber klar zu werden, wo ich mich befand. Ich hatte eine verschwommene Erinnerung daran, dass es ein Krankenhaus war, wusste aber nicht, was mich dorthin gebracht hatte. Schmerz wogte durch meinen Körper, obwohl die Medikamente verhinderten, dass es richtig aufbrodelte und außer Kontrolle geriet. Doch auch so hinderte er mich daran, klar zu denken. Was ist geschehen? Wie bin ich hierhergekommen?

Eine Krankenschwester in gummibesohlten Schuhen und mit gedämpfter Stimme trat an mein Bett. Sie bemühte sich sehr, mich nicht zu stören und lächelte, als sie die Infusionen überprüfte. Ich versuchte zu sprechen, aber meine Stimme wollte mir nicht gehorchen. Als ich dann doch sprach, hatte ich das Gefühl, als ob ich mir damit mein Gesicht aufreißen würde.

Die Schwester sah mich an und prüfte die Reaktionen in meinem gesunden Auge. „Hallo, Dale!“, sagte sie, „Wie fühlen sie sich? Können Sie mich hören?“

Das ist schwer zu erklären, aber ich verspürte eine überwältigende Liebe für diese Frau. Sie war nicht romantischer Natur. Überhaupt nicht. Es ging tiefer als das, war viel reiner. Ich wolle mit ihr sprechen, ihr danken, dass sie mir half, aber ich konnte nicht. Am meisten jedoch wollte ich sie ermutigen, ihr sagen, wie sehr Gott sie liebte.

Absturz in den Himmel“ – sehr empfehlenswert!

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Bis demnächst

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt.

SCM Shop Fallersleben
Buchhandlung Andreas König
Bahnhofstr. 10
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr Sa 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Tel. 05362 126280

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