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Wie auch wir vergeben – Amish Grace

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Kann man WIRKLICH vergeben?

Eine Frage, die auch mir sich immer wieder stellt. Also nicht, dass ich nun wirklich einen Grund hätte, etwas richtig Heftiges zu vergeben. Nein, das nicht. Zum Glück nicht. Die Frage ist, ob es wirklich möglich wäre, etwas zu vergeben, dass bei sicher weit über 90% der “normalen” Bevölkerung, als “unverzeihlich” deklariert werden würde?

Wie würde ich reagieren, wenn ich meine Kinder morgens zur Schule schickte und mittag erführe, das ein bewaffneter Mann in das Schulgebäude eingedrungen wäre, meine Kinder als Geiseln genommen, dann sie und schliesslich sich selbst erschossen hätte?

Wenn man so etwas hört oder liest, dann kommt zuerst Fassungslosigkeit auf, dann Wut und wahrscheinlich noch eine ganze Reihe Gefühlsvarianten, zu denen wir Menschen fähig sind, wenn uns etwas so richtig angeht.

Basierend auf einer wahren Begebenheit schildert der Film “Wie auch wir vergeben” (Originaltitel: Amish Grace) genau das oben beschriebene Szenario. Es ging 2006 durch die Presse. Nicht nur wegen der schrecklichen Tat allein, sondern weil diese Tat in einer Schule der Amishpeople in Pennsylvania verübt worden ist.


Wir erleben die Geschichte hautnah bei einer der betroffenen Familien mit. Fassungslosigkeit angesichts der Tat ergreift die Mutter der getöteten Tochter. Und noch am gleichen Tag begibt sich ihr Ehemann und der Vater des ermordeten Kindes zusammen mit den Ältesten der Gemeinde zur Frau des Mörders. Diese ist ebenfalls Mutter und hatte von dem Vorhaben ihres Mannes natürlich keine Ahnung. Entgegen den allgemeinen Erwartungen drücken die Amish der Frau und ihrer Familie ihr ernstgemeintes Mitgefühl über den Verlust ihres Mannes aus. Doch nicht nur das, sie machen ihr klar, dass sie ihrem Mann für diese Tat vergeben haben und keinen Groll gegen ihn oder sie hegen.

Wer dies so erfährt und von Vergebung und von der Macht der Vergebung noch nie etwas gehört hat, der wird sich wahrscheinlich an den Kopf fassen und die Amish für völlig verrückt erklären. Man stelle sich nur einmal die Stammtischredner vor, die so eine Tat kommentieren würden. Da wäre vermutlich jeder froh, dass der Schuft schon tot ist, sonst würde man ihn doch gleich eigenhändig “am nächsten Baum aufknüpfen” oder “Rübe runter” etc. etc. etc. Wir kennen solche Sprüche des “Mobs” zur Genüge. Verurteilungen gehen da so schnell, wie eine Mausefalle zuschnappt.

Und dann gehen diese Amish her – und vergeben diesem Menschen?

Unfassbar!

Ja, das ist es.

Aber nicht die Tatsache, dass diese Menschen dem Mörder vergeben haben, sondern ich finde es (immer wieder) unfaßbar, wie mächtig Vergebung sein kann. Man darf jetzt nicht “Vergeben” und “Vergessen” gleich setzen. Ich denke, das wäre auch gerade den Opfern eines solchen Ereignisses gegenüber nicht fair. Aber Vergebung hat einen anderen Zweck (so wie ich sie verstehe). Vergebung soll einem ohnehin schon geplagten Menschen helfen, eine sehr sehr schwere Bürde von seinen Schultern zu nehmen und an jemanden zu übergeben, der viel besser als jeder von uns in der Lage ist, diese Last zu tragen. Und der schlussendlich ja eh derjenige ist, der das Urteil über den Mörder fällen kann und wird. Unser Gott!

Es muss für einen Außenstehenden wirklich sehr schwer sein, so einen Akt der Vergebung zu verstehen.

Der Film “Wie auch wir vergeben” ist ein gut gelungenes und (natürlich) emotionales Lehrstück über die Kraft der Vergebung, aber auch über den Kampf, der damit einhergeht, bis man sich zur Vergebung entschlossen hat. Kimberly Williams-Paisley spielt die Mutter des ermordeten Kindes wirklich sehr überzeugend und man nimmt ihr den Kampf, den sie innerlich kämpft, sehr gut ab. Hin- und hergerissen zwischen der ohnmächtigen Wut – auch gegen die Frau des Attentäters -, der Loyalität zu ihrer Amishgemeinschaft und natürlich auch zu ihrem Mann, muss sie eine Entscheidung treffen. Wie wird sie sich entscheiden?

Die Antwort findet ihr in dem Film “Wie auch wir vergeben“.

Anspruchsvolles Kino mit Tiefgang und Botschaft.

Sehr empfehlenswert!

Bis demnächst

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt.

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Buchhandlung Andreas König
Bahnhofstr. 10
Öffnungszeiten: Mo – Fr 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr Sa 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Tel. 05362 126280

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