Fremde Heimat

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Zum Buch

Romane?

Das sind doch diese Bücher für Frauen, oder?

Selbst in meinem engerem Umfeld gibt es ein paar gestandene Verlagsleute, die sich mit „Romanen“ schwer tun. „Die sind halt mehr etwas für Frauen.“, lautet dann die Ausrede, um Leseexemplare nicht lesen zu „müssen“. Nicht wahr, Herr K.? 😉

Aber mal ehrlich: ein bisschen geht es mir angesichts eines „Frauenbuchcovers“ auch so, dass ich dann doch lieber zu einem „Männerbuch“ greife. Eigentlich ein bisschen blöd, oder? Was macht denn letztlich einen sog. „Frauenroman“ aus? Gefühl? Liebe? Tränen? Glück? Herz? Schmerz?

Hallo?!!

Damit können wir Männer auch sehr gut (auf unsere Weise) umgehen.

Gefühl? = Leidenschaft für Fußball oder Motorsport
Liebe? = Ist was Tolles!
Tränen? = Wenn der verletzte Soldat im Film seinen Kameraden das Bild seiner Frau zeigt und sagt: „Mir ist so kalt…“ Da bleibt kein Männerauge trocken. Ehrlich!
Glück? = Ein neues Auto!
Schmerz? = Eine Erkältung….

🙂 Scherz beiseite.

Auch wenn uns die Gender Mainstream Diktatoren etwas anderes vormachen wollen: Frauen und Männer ticken nun einmal an verschiedenen Stellen anders und gehen unterschiedlich mit den Dingen des täglichen Lebens um. Und das ist auch gut so!

Aber zu unserem heutigen Buch. Wie vielleicht schon geahnt, handelt es sich um einen Roman. Von Lynn Austin. Der christlichen Autorin, die so ziemlich alle christlichen Literaturpreise abgeräumt hat, die man (oder frau) sich vorstellen kann. Sie hat schon viele bekannte Bücher geschrieben und wendet sich in „Fremde Heimat„, nach Aussage des Francke Verlages, erstmal einem biblischen Stoff zu.

Da ich am vergangenen Wochenende das Vergnügen hatte, dem Autorenfestival beim Verlag der Francke Buchhandlung in Marburg beizuwohnen, war es für mich natürlich „Pflicht“, „Fremde Heimat“ vorher zu lesen. Nicht wegen des Verlages, sondern weil Lynn Austin höchstpersönlich!!!! (*kreiiiisch*) auf dieser Veranstaltung anwesend war.

Eröffnung 01-kleinLeider ist das Foto etwas unscharf. iPhones sind keine Fotoapparate und ich war ja sooooo aufgeregt!!! 😉 (Lynn Austin, ist die Dame in der Mitte)

Aber eigentlich will ich ja über „Fremde Heimat“ schreiben.

Der Roman beginnt im babylonischen Exil der Israeliten. Wir lernen die Hauptpersonen kennen, u.a. Sacharja, der dem einen oder anderen Bibelleser ja schon mal etwas sagen wird. Sacharja ist in der „Ausblidung“ zum Priester, als es dem Volk Israel gestattet wird, Babylon zu verlassen und nach Jerusalem zurückzukehren.

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Nicht alle Juden sind von dieser Idee begeistert und so geht teilweise ein Riß durch die Familien, weil einige zurückgehen wollen und andere wiederum bleiben möchten.Und zurück im „eigenen Land“ ist die Freude der Anwohner, besonders der nichtjüdischen Völker, sagen wir einmal „verhalten freudig“. Wir begleiten die Hauptpersonen über viele Jahre hinweg, bis der neue Tempel in Jerusalem gebaut ist und eingeweiht wird.

Fremde Heimat“ ersetzt auf keinen Fall die Lektüre der Bibel. Das will der Roman sicher auch gar nicht erreichen. Ich sehe ihn vielmehr als eine Beschreibung des Lebens, der Sorgen und Nöte der heimgekehrten Juden, die sich in Israel wieder zurechtfinden müssen. Sie haben mit den Göttern und den Versuchungen der anderen Völker zu kämpfen und oft ist es gar nicht leicht, die Vermischung zu verhindern. Fremde Religionen üben ihre Anziehungskraft auf die Juden aus.

Fremde Heimat“ lebt von vielen kleinen Episoden innerhalb des Buches, die jeweils unterschiedliche Personen im Mittelpunkt haben und sich, wie gesagt, über viele Jahre und Jahrzehnte hinziehen. Die übergeordnete Rahmenhandlung ist die Frage: werden es die Israeliten schaffen, den Tempel in Jerusalem, trotz aller Schwierigkeiten und heftigem Gegenwind, wieder aufzubauen?

Der Schreibstil ist flüssig und man kann sehr gut der Handlung folgen. Das Leben zur damaligen Zeit wird recht plastisch dargestellt ohne in langweilige Detailbeschreibungen auszuufern, was in solch epischen Romanen ja schon mal der Fall sein kann.

Wenn ich ihn noch nicht gelesen hätte und die Möglichkeit hätte einen schönen Sommerurlaub zu machen, würde ich „Fremde Heimat“ mit in den Koffer packen. Ich würde mir ein schönes, schattiges Plätzchen aussuchen, meinen Liegestuhl in eine bequeme Position bringen, das kühle Getränk in Reichweite platzieren und mich auf ca. 450 Seiten in die Vergangenheit katapultieren lassen. Hinterher wüsste ich, dass die biblischen Personen, die wir zu kennen glauben, bei all ihrer Wichtigkeit für die biblische Geschichte, letztlich eben doch „nur“ Menschen waren. Mit Sorgen, mit Fehlern, mit Herausforderungen. Was wir von ihnen normalerweise erfahren, sind in der Regel nur die „Highlights“ ihres Wirkens innerhalb der Heilsgeschichte. Aber das, was vor und zwischen ihrem Erscheinen in der Bibel geschah (oder geschehen sein könnte, denn darüber berichtet die Bibel nicht) lässt Lynn Austin wunderbar vor unserem Auge entstehen.

Und das ist die Stärke des Romans. Diese Lebendigkeit des damaligen Lebens. Ja, es kommt auch eine Liebesgeschichte vor. Aber ist „Fremde Heimat“ deshalb jetzt ein ausgesprochener Frauenroman?

Ich komme zu dem Schluss: „Nein, ist er nicht!“

Auch Männer können dieses Buch in der Öffentlichkeit eines Strandes oder einer Liegewiese am Wasser lesen ohne einen Schutzumschlag darumwickeln zu müssen. Und wer es trotzdem machen möchte, schaut einfach mal HIER nach 😉

Aber da ich das Buch ja schon gelesen habe, wird es mit dem Liegestuhl, dem kühlen Getränk und dem schattigen Plätzchen wohl vorerst nichts. Oder zumindest nicht mit „Fremde Heimat„, denn den Roman habe ich ja schon gelesen.

Na, dann schnappe ich mir einfach das nächste Leseexemplar eines schönen, neuen Titel aus dem Angebot des SCM Shop Fallersleben! 😉

Bis demnächst

Andreas

Inhaber DER christlichen Buchhandlung im Großraum Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig, Helmstedt.

SCM Shop Fallersleben
Buchhandlung Andreas König
Bahnhofstr. 10
Öffnungszeiten:
Mo – Fr 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Sa 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr,
Tel. 05362 126280

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