Skarabäus und Schmetterling

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Hitze. Sonne. Volle Gassen. Menschengetümmel. Oldtimer, die mit quäkenden Hupen durch die Strassen fahren. In ihnen Damen mit gerüschten Kleidern und riesigen Hüten mit breiten, schattenspenden Krempen. Herren mit Spazierstock, hellen Anzügen und Tropenhelm. Bunte Kaftane, Kamele, Holzkarren. Und dann: der Nil.

Ein breiter Strom, voller Leben. Boote mit dreieckigen Segeln, Schilfboote mit Ruderern. Fischer, die am Ufer stehen und Netze auswerfen. Und hin und wieder ein Raddampfer, der den Nil hinaufstampft. Krokodile und exotische Vögel, die in Scharen über den Himmel schweben. Und dann: Wüste.

Sand, Steine, Staub. Und Karawanen, die vor den alten Bauwerken der Pyramiden ihre Wege ziehen. Touristen, die staunend vor den uralten Steinen stehen und sie betrachten. Archäologen auf der Suche nach dem ultimativen Fund in den längst vergessenen Gräbern der alten Pharaonen.

Das sind die Bilder, die in meinem Kopf auf der großen Kinoleinwand erschienen und die Elisabeth Büchle mit ihren Worten noch in bunte Farben gekleidet hat.

Skarabäus und Schmetterling“ ist für mich einer der großen Romane dieses Jahres. Zugegeben, vielleicht spielte bei meinem „Kopfkino“ eine große Rolle, dass ich ein großer Fan der Verfilmung von Agatha Christies „Tod auf dem Nil“ mit Sir Peter Ustinov bin. Diese Bilder von Sonne und Nil und Ägypten wurden durch „Skarabäus und Schmetterling“ wieder total lebendig.

Doch worum geht es in „Skarabäus und Schmetterling„? Das hätte ich jetzt vor lauter Ägyptenschwärmerei fast vergessen.

Die junge, deutschstämmige Sarah wächst in England bei einer, sagen wir mal für damalige Verhältnisse, „ungewöhnlichen“ Dame auf. Wir schreiben das Jahr 1922. Die beiden Ladys reisen nach Ägypten und sind hautnah bei der Entdeckung des Grabes von Tutanchamun dabei. Das ist natürlich nicht alles. Sarah ist fasziniert von diesem fremdem Ort und den Menschen. Und natürlich spielt auch ein Mann eine Rolle. Eigentlich sogar zwei. Aber das an dieser Stelle auseinander zu fummeln, führte einfach zu weit. Das lest bitte selbst im Buch nach. Sonst wäre die Spannung ja auch weg.

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Wie immer beschäftigt sich Elisabeth Büchle in ihren Büchern auch wieder mit der sozialen Lage der Menschen. So kommt Sarah in engen Kontakt mit ägyptischen Frauen und lernt deren Welt kennen. Tragik, Spannung und Exotik hält sich alles in allem eine gute Waage in „Skarabäus und Schmetterling„.

Soweit zum Thema „Skarabäus“. Schönes Buch. Wirklich.

Und ab Seite 267 fängt dann die Schmetterlingsgeschichte des Buches an. Der zweite Teil führt uns ins Berlin des Jahres 2011. Die Geschichte der jungen Rahel wird erzählt, die im Museum mit der Katalogisierung von Ausgrabungsgegenständen aus Ägypten beschäftigt ist. Doch dann geschehen Angriffe auf sie, in ihre Wohnung wird eingedrungen und Menschen werden verletzt. Das Ganze scheint irgend etwas mit den Fundstücken des Museums zu tun zu haben. Eine ganze Gruppe von Menschen aus Sarahs Umfeld begibt sich auf eine spannende Jagd, bis sich schließlich der Bogen zum ersten Teil des Buches schließt und es seinen Höhepunkt im arabischen Frühling findet.

Mir persönlich hat der erste Teil des Buches, also die Geschichte rund um Sarah besser gefallen, als der Teil um Rahel. Aber vielleicht liegt das einfach nur daran, dass ich im Moment mehr der romantischen Literatur zugetan bin, als dem kriminalistischen Spannungsgenre. 😉

Auf jedem Fall ist in „Skarabäus und Schmetterling“ für jeden Genreliebhaber etwas dabei und damit erkläre ich „Skarabäus und Schmetterling“ zum „Schmöker des Frühjahrs 2015“ (576 Seiten sind schon eine Menge)

Bis demnächst

Andreas

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