Volldampf voraus!

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Karen Witemeyer hat anscheinend schon einige Romane geschrieben, wenn ich die Reihen meiner Regale im SCM Shop Fallersleben so abschreite.

Mit „Volldampf voraus!“ durfte ich nun selbst einmal Bekanntschaft mit der christlichen Autorin machen, die in Amerika schon einige Preise eingeheimst hat. Wie immer war ich mir „nicht zu schade“, mich einem ausgesprochenem „Frauenroman“ zuzuwenden. Warum dieses Genre unbedingt als „Frauenroman“ bezeichnet werden muss, ist mir zwar nicht bis ins letzte Detail zugänglich, aber vermutlich hängt es damit zusammen, dass „die Männer“ es mit Liebe und so weiter nicht so sehr am Hut haben. Nun, ich weiss nicht. Woher kommen dann die vielen Kinder, wenn sich Männer „angeblich“ nicht für Liebe und so weiter interessieren? 😉

Ok, Männer scheinen „im Allgemeinen“ weniger auf der Gefühlssschiene unterwegs zu sein und weniger zu weinen. Sie lassen eben nicht alles „Schnulzige“ an sich heran und stehen nicht gern als Waschlappen da. Daher ist es immer angesagter, den starken und harten Kerl hervorzukehren, der keine Gefühle zeigt und alles immer Griff hat. Aber habt ihr schon mal Männer gesehen, die einen Kriegsfilm anschauen, bei dem der beste Freund des Helden, nach einem Sprung in die feindliche Kugel, die dem Helden bestimmt war, blutend am Boden liegt? Der Held hält ihn schmutzverschmiert im Arm und kann nicht glauben, dass er seinem Kameraden das eigene Leben verdankt. Wenn der getroffenene Freund dann mit sterbender Stimme von seiner Frau und den Kindern erzählt, die er nun nicht mehr wiedersehen wird, muss nicht nur der Held schlucken. Spätestens wenn dann Sätze fallen wie: „Mir ist kalt!“ oder „John, ich kann meine Beine nicht spüren…“ dann – spätestens – heulen „echte Männer“ Rotz und Wasser!. Echt, jetzt! 😉

Und was sagt uns das jetzt?

Romantik, Liebe, Hingabe uns so weiter existieren nun mal. Bloß sehen Frauen und Männer diese Dinge meist mit (scheinbar) völlig verschiedenen Augen und reagieren entsprechend anders darauf. Na, und? Was ist denn daran so schlimm? Männer und Frauen SIND nun einmal unterschiedlich. Egal, was uns irgendwelche „Gleichmacher“ heutzutage weißmachen wollen. Und – um ein „geflügeltes“ Wort zu gebrauchen – das ist auch gut so! Es wäre ziemlich unvorstellbar, wenn Männer und Frauen vollkommen gleich ticken und reagieren würden. Wo bliebe da die Spannung? Wo bliebe das sich gegenseitige Ergänzen? Alle gleich und „egal“? Nääääääääääää!!!

Gott hat sich schon etwas dabei gedacht, uns gleichwertig aber nicht gleichartig zu machen.

Und darum ist es schön und gut, dass Romane wie „Volldampf voraus!“ (vornehmlich) die weibliche Menschheit ansprechen wird. Frauen möchten nicht die Schwachen und Schutzbedürftigen sein, aber sie möchten es sein DÜRFEN. Und wenn der heldenhafte Ritter auf seinem weißen Pferd den Drachen besiegt hat, die Prinzessin in Sicherheit bringt und sie danach bis in alle Ewigkeit glücklich und zufrieden leben können – dann sinken sie dahin und freuen sich auf die Arme ihres Geliebten.

Genauso möchten Männer Helden sein und als starker, unbezwungener Ritter die Prinzessin nach Haus bringen und sie den Rest des Lebens auf Händen tragen.

Natürlich werden im echten Leben, weder die Vorstellung „der“ Frau oder „des“ Mannes immer  1:1 mit diesen Klischees in Einklang zu bringen sein. Aber – Jungs und Mädels – im Grunde genommen ist doch ein ganzes Stück Wahrheit dabei!

Männer und Frauen brauchen einander, ob ihnen das gefällt oder nicht. Und wiederum sage ich: das ist auch gut so!

Darius Thornton, Sohn einer Familiendynastie von Redern aus New York, gerät auf einer Geschäftsreise mit der Louisiana in eine verhehrende Dampfkesselexplosion, die viele Menschen das Leben kostet. Unter anderem einem kleinen Mädchen, das er trotz intensiver Bemühungen, nicht retten kann und die in seinen Armen stirbt. Ein traumatisches Ereignis, das seine Auswirkungen in Darius Leben haben wird.

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Nicole Renard ist die taffe Tochter eines Flussschifffahrtsunternehmers in Texas des Jahres 1851. Gewisse Umstände in der Familie sorgen dafür, dass sie sich auf die Suche nach einem Ehemann und Erben für das Unternehmen machen „muß“. „Böse Buben“ sind ihr dabei auf den Fersen und als sie ihr ganzes Geld verliert, nimmt sie aus der Not heraus eine Stelle als „Sekretär“ bei einem Wissenschaftler an, der sich mit der Neukonstruktion von Dampfkesseln befasst und dabei viele Risiken eingeht, um die Dinger einfach sicherer zu machen. Nicole will sofort wieder verschwinden, wenn sie genügend Geld für die Weiterreise zusammen hat.

Doch Gott geht mit ihr, und auch mit uns, ganz andere Wege. Manchmal schwer verständlich, aber am Ende letztlich wieder schlüssig und in sich rund. So erleben es Nicole und Darius in „Volldampf voraus!“ dann schließlich auch.

Natürlich spielt Liebe eine große Rolle, aber auch die eingangs erwähnten „bösen Jungs“ lassen sich noch blicken und setzen unseren Romanhelden kräftig zu. Entscheidungen müssen getroffen werden.

Volldampf voraus!“ ist ein Unterhaltungsroman mit christlicher Botschaft, die für die Hauptpersonen immer wichtig und hilfreich ist. Sie lernen, sich auf Gott zu verlassen und das er alles zu einem guten Ende führen wird. „Volldampf voraus!“ liest sich flüssig und leicht, hat seine humorigen Momente und ist damit beste Lektüre für den Strand, den Liegestuhl oder ganz einfach die Sofaecke oder das Bett.

Männer finden in „Volldampf voraus!“ den tapferen Ritter, der auch schwach sein darf und Frauen finden die Prinzessin, die hart sein kann, aber sich als beschütze Partnerin auch absolut wohlfühlt.

Ein Zitat aus „Volldampf voraus!“ ist mir in Erinnerung geblieben. Ich möchte es euch nicht vorenthalten:

„Warum müssen Frauen nur so kompliziert sein, Wellborn?“, grummelt er.

Der Butler schüttelte den Kopf und ein Lächeln lag in seinen Augen. „Ich denke, Gott wollte sichergehen, dass uns niemals langweilig wird, Sir.“

Ich denke: damit könnte der gute Butler gar nicht so falsch liegen 😉

Bis demnächst

Andreas

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