Verräterische Gebeine

192051000
Zum Buch

Vor vielen Jahren habe ich alle Bände der historischen Krimireihe von Ellis Peters um Bruder Cadfael mit Begeisterung gelesen.

Nicht, weil ich ein großer Krimifan bin, sondern weil diese Roman die „historische Komponente“ hatten. So will ich es einfach mal nennen. Auch wenn es sich dabei um ausgedachte Geschehnisse handelte und der Autor im damaligen Leben nicht zugegen war, sind solche Romane – sofern sie gut recherchiert sind – immer ein schönes „Zeitbild“. Wie lebten die Menschen damals? Was bewegte sie? Welche Sorgen und Nöte hatten sie, die wir heute nicht mehr haben?

Als ich von einigen Monaten über eine neue historische Romanreihe aus dem Brunnenverlag erfuhr, die auch noch im christlichen Buchhandel vertrieben werden würde, war ich – natürlich – hellwach!

Mit „Verräterische Gebeine“ und „Unheilige Umtriebe“ liegen nun die ersten beiden Bände einer mittlerweile siebenbändigen Reihe vor, die wiederum im Mittelalter spielen und spannende Kriminalfälle mit historischen Informationen verknüpfen.

Schon das Cover von „Verräterische Gebeine“ lässt erahnen, dass es in diesen Bücher auch schon mal etwas blutig zugehen wird. Ich kann aber die zartbesaiteten Leser – wie mich – beruhigen. So schlimm ist es dann auch wieder nicht. Die Hauptperson der Romane ist der Chirurg Hugh de Singleton, der sich gerade in einem kleinem Ort niedergelassen hat, als in der Klärgrube der Burg eine Leiche gefunden wird. Der Burgherr erklärt Hugh kurzerhand zum Vogt und er „darf“ sich an die Lösung des Geschehens machen.

Keine leichte Aufgabe. Zumal Hugh neu in der Gegend ist und die Menschen dort noch nicht so gut kennt. Aber der Burgherr ist ihm wohlgesonnen und vertraut ihm, seine Schwester ist eine Frau, deren Charme sich Hugh ebenfalls nicht entziehen kann und so stimmt er natürlich zu, den oder die Mörder zu finden. Denn es wird ihm schnell klar, dass die junge Frau, die in der Grube gefunden wurde, keines natürlichen Todes gestorben ist.

Hugh muss als „Neuling“ auf kriminalogischem Gebiet auch Rückschläge einstecken, aber letztendlich – aber das will ich hier nicht vorweg nehmen….

Werbung

Verräterische Gebeine“ hat ein wenig was von „C.S.I. im Mittelalter“. Das dürfte diese Reihe auch für eine zusätzliche Leserschaft öffnen. Wenn Hugh dann, abseits der Morduntersuchungen, detailliert beschriebene Operationen, an verunglückten Personen des Dorfes vornimmt, verzieht man beim Lesen doch schon mal den Mund und denkt: „Autsch!“

Mel Starr, der Autor, ist Amerikaner. Er unterrichtete früher Geschichte, ist Experte für die Geschichte der Chirurgie und für Sprache und Kultur Englands im Mittelalter.

Und er hat eine gute „Schreibe“. Damit bringt er also alle Vorraussetzungen mit, um ein Buch wie „Verräterische Gebeine“ zu schreiben.

Verräterische Gebeine“ lässt sich gut und flüssig lesen, hat kaum Längen und eignet sich hervorragend als Schmöker für die kommenden Herbstage.

Also dann!

Bis demnächst

Andreas

 

Werbung

2 Kommentare zu „Verräterische Gebeine“

  1. Hallo,
    die Rezension hat mich sehr angesprochen, zumal ich Mel Starr bislang nicht kannte. Diesen Mix aus tatsächlichen historischen Begebenheiten und Fiktion schätze ich auch bei den Romanen von Rebecca Gablé, die aufgrund ihrer Vorbildung ebenfalls weiß, worüber sie schreibt. Mel Starr werde ich mir jetzt notieren 🙂
    Viele Grüße
    Ina Degenaar

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.