Am Rande der gefrorenen Welt

Am Rande der gefrorenen Welt

Wer die Veröffentlichungen des Verlages SCM Hänssler verfolgt, dem wird der Titel des heutigen Buches bekannt vorkommen.

Für mich ist dieses Buch auch schon seit 2011(!) etwas Besonderes. In diesem Jahr eröffnete ich den SCM Shop Fallersleben Buchhandlung Andreas König, den ihr heute unter Buchhandlung König SCM Shop Fallersleben kennt. Nicola Vollkommers Buch über den “Bischof der Arktis”, John Sperry war einer der ersten “christlichen” Titel, mit denen ich in meinem noch jungen Buchhändlerdasein in Berührung kam. Zwar hatte ich damals schon das Ebook zum Lesen bekommen, aber ich war irgendwie nie dazu gekommen.

Jetzt habe ich in den Vorankündigungen für den Juni 2019 die Neuauflage dieses Titels entdeckt und so MUSSTE ich es jetzt endlich lesen. Ich hätte es schon früher lesen sollen….

Am Rande der gefrorenen Welt ist ein biografisches Buch, dass ich jetzt nicht als ausgesprochen “christliches” Buch bezeichnen würde. Dies ist es nur in sofern, als dass es natürlich auch um den christlichen Glauben geht. Aber hauptsächlich zeichnet es in vielen kleinen Episoden das Leben eines Mannes und seiner Frau nach, die wegen ihres Glaubens ihren eigenen Kulturkreis verließen und in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in eine der – für uns Wohlstandsmenschen – wohl unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten gezogen sind: die Arktis.

Nicola Vollkommer schaffte es mir beim Lesen die Welt der Eskimos (heute: Inuit) näher zu bringen. Es ist erstaunlich wie Menschen sich in so einer anscheinend lebensfeindlichen Umwelt durchbringen können und es schaffen, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. Vieles von den Gepflogenheiten dieser Menschen kommt uns sicher eigenartig oder sogar grausam vor. Doch beim weiteren Nachdenken wurde mir klar, dass in so einem Umfeld im Grunde genommen bei Entscheidungen immer nur zählt: Dient es meinem Überleben oder nicht.

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Den Zusammenhalt von Familien und Dorfgemeinschaften, die hunderte oder gar tausende von Kilometern entfernt von einander leben, empfand ich jedenfalls als sehr erstaunlich. Ich denke, ohne das Zurücknehmen des eigene Egos würde so etwas kaum zu schaffen sein. Wir aus dem Futtertrog der Erde, würden dort wahrscheinlich eher verzweifeln, als uns anzupassen.

Umso mehr sind John Sperry und seine Frau zu bewundern, dass sie dieses Leben auf sich nahmen, um den Inuit die gute Nachricht von Jesus Christus zu bringen. Das dies mit Schwierigkeiten verbunden war, kann man sich ja sicher denken. Dabei ging es aber weniger darum, dass die beiden versuchten den Menschen irgendetwas aufzuschwatzen. Das war nie ihre Absicht. Die größte Aufgabe war, dass sie erst einmal einer von ihnen werden mussten. Nicht nur die Sprache stellte dabei eine Hürde dar, sondern überhaupt die ganze Umwelt, die Nahrung, die Kleidung, die Bräuche, die Kultur. Es dauerte Jahre, bis sie die Inuit in ihrer Gänze verstehen konnten.

Als John dann auch noch beschloss, die biblischen Texte in Schriftform den Inuit zu schenken, wurden die Hürden noch höher. Nicht nur, dass er dazu wirklich die gesamte Bandbreite und vor allen Dingen die dortige Bedeutung der von ihm verwendeten Worte erkunden und verstehen musste. Es kam auch noch hinzu, dass einige Gruppen gar keine Schrift besaßen.

Aber letztlich schaffte er es und er wird bis heute für seine große Leistung geachtet.

Am Rande der gefrorenen Welt ist ein Buch für Menschen, die sich mit Ländern und Menschen befassen möchten und außergewöhnliche Lebensberichte mögen.

Ich kann daher nur empfehlen sich die Neuauflage des Titels für den Juni vorzumerken oder bei uns vorzubestellen. Sobald das Buch lieferbar ist, informieren wir oder schicken zu.

Wenn es im Juni dann vielleicht schon richtig heiß ist, wird Am Rande der gefrorenen Welt eine durchaus “erfrischende” Lektüre sein.

Euer

Andreas

Am Rande der gefrorenen Welt
Nicola Vollkommer
Biografie
SCM Hänssler
Juni 2019
Paperback
304

Der junge Marinesoldat John Sperry sieht einer gesicherten Zukunft entgegen. Doch er erhält einen Ruf, der ihn an die eigenen Grenzen - und die der Welt - bringt: Als Jäger, Schlittenführer, Pastor und später als Bischof der Arktis lebt er mit seiner Familie 19 Jahre lang unter den Inuit nördlich des Polarkreises. Er teilt ihre Not, ihren Hunger und Temperaturen bis minus 60 Grad. Und er übersetzt die Bibel in ihre Sprache, die keine Wörter für Baum, Schaf oder Acker kennt - und keines für Liebe.
Die ergreifende Biografie eines Mannes, der alles zurückließ, was er kannte. Unnachahmlich lebendig beschrieben von seiner Nichte, der erfolgreichen Autorin Nicola Vollkommer.

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