Der Tote und der Taucher

Was soll ich sagen…?

Thomas Frankes „Der Tote und der Taucher“ ist erst einmal ein Krimi. Nun Krimis, gibt es wie Sand am Meer. Was ist also das Besondere an diesem Buch?

In einer Berliner WG stirbt ein junger Mann. Der Verstorbene war schwer krank und sein Tod war absehbar. Für den Arzt und die Polizei ist der Fall klar.

Doch die Bewohner der WG sehen weiter. Sie sind Menschen mit einer Behinderung. Keno, ein Autist, ist nach dem Vorfall völlig durcheinander und redet fortwährend von einem „Taucher“.

Theo, der beste Freund des Verstorbenen, sitzt im Rollstuhl und kann es ebenfalls kaum glauben, dass sein Freund nicht mehr da ist. Nachdem er eine Entdeckung gemacht hat, informiert er seine Schwester Lina. Sie ist bei der Berliner Polizei und hat immer ein Auge auf ihren Bruder und die gesamte WG.

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Und weil für die Behörden der Fall „klar“ ist, nehmen die WG Bewohner die Sache selber in die Hand…

Thomas Franke weiß wovon er schreibt, wenn er das Leben in einer Behinderten WG dem Leser zugänglich macht. Der Umgang mit beeinträchtigten Menschen ist sein Beruf. Man spürt seine Zuneigung zu diesen Menschen und er beschreibt sie als eine bunte Truppe, die ihre Eigenheiten hat, aber zusammen hält und gerade auch auf Grund ihrer Beeinträchtigungen mehr sieht und anders wahrnimmt, als die „normalen“ Menschen. Das Ganze ist wie immer mit dem Thomas Franke eigenen, feinen Humor gewürzt und sehr spannend zu lesen. Einziger Wehrmutstropfen des Buches: es hört einfach auf! Der Grund ist, dass es eine Fortsetzung geben wird. Und dem Verlag sei geraten, diese so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Die Leser werden es danken.

Fazit:

Jeder Mensch ist wertvoll. Ob „behindert“ oder vermeintlich „gesund“. Thomas Frankes „besonderes“ Ermittlerteam wächst dem Leser schon nach wenigen Seiten ans Herz.

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